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Bescheidenheit |
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Der Orakelspruch:
Der Genügsame genießt, was er hat. Der Unbescheidene ist unzufrieden mit dem, was er nicht hat.
Das Thema:
Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Oder gehört dem Genügsamen die Welt? Oder ist es wie in der Fabel vom Fuchs und der unerreichbaren Weintraube, sind Bescheidenheit und Genügsamkeit Erfindungen von Verlierern und Versagern?
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Kommentar:
Bescheidenheit ist heute ziemlich aus der Mode gekommen. Jeder möchte auftrumpfen, übertrumpfen, besser dastehen. Das neueste, schnellste, größte Auto, den modernsten Fernseher, die exotischste Reise, das außergewöhnlichste Outfit. Wir haben eine Meisterschaft in Hochstapelei und Größenwahn entwickelt, immer höher, weiter, weißer, bunter. Der Superlativ weiß ja schon gar nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.
Unsere moderne Welt hat fantstische Möglichkeiten eröffnet und diesen Luxus zu genießen,ist eine tolle Sache- wenn man ihn wirklich genießen kann. Immer wieder neuen Wünschen und wieder neuen Wünschen hinterherzurennen, ist anstrengend und hinterläßt einen immer wieder unzufrieden und frustriert. Darf ich so unbescheiden sein, diesen Vorschlag zu machen: sprechen wir nicht mehr von Bescheidenheit, sondern von der Kunst, zu leben.
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